Arbeitsbereiche2018-07-11T11:33:17+00:00

ZYTOLOGIE

Es werden im Institut jährlich etwa 15.000 gynäkologische Abstrichpräparate und über 2.000 extra­gynä­kologische Präparate untersucht. Bei letzteren handelt es sich um Ergusspunktate, Urin, Abstriche z.B. aus der Mundhöhle oder von der Mamille sowie um Punktate von Raum­forderungen verschiedener Organe, z.B. Schilddrüse, Lymphknoten, Speicheldrüse.

Je nach Art der Einsendung (Flüssigkeit oder fertige Ausstriche, fixiert oder unfixiert) erfolgt die Weiterbehandlung und Färbung. Siehe auch „Einsendeempfehlungen“.

Bei Bedarf können auch bei zytologischem Untersuchungsgut immunologische Methoden zur näheren Charakterisierung in Frage stehender Zellen angewendet werden, z.B. zur Klärung der Frage eines Primär­tumorsitzes oder zur näheren Typisierung von Zellen des lymphatischen Systems.

Insbesondere für zytologisches Untersuchungsgut ist die Methode der DNA–Zytophotometrie geeignet, mit der Aussagen zur Dignität bzw. zur Malignitätsgraduierung möglich sind.

Im Bedarfsfall kann mit einer zytologischen Schnellfärbung in wenigen Minuten eine erste Aussage zur Dignität oder zur Art der Zellen in einem Punktat möglich sein.

NEUROPATHOLOGIE

Bereich Neuropathologie ist integraler Bestandteil des Instituts für Pathologie, Neuropathologie und Molekularpathologie Hannover Zentrum, wurde aber zusätzlich und separiert zertifiziert und akkreditiert.

Die Neuropathologie dieses Instituts erfüllt personell, labortechnisch und vom Ausbildungsstand alle Voraussetzungen, die von einem modernen Institut für Neuropathologie zu fordern sind, und kann gleichzeitig auf alle bereits zertifizierten und akkreditierten Einrichtungen des Gesamtinstituts für Pathologie zurückgreifen.

Dieser Umstand verleiht der Neuropathologie dieses Hauses eine sowohl spezielle als auch gleichzeitig sehr universelle Kompetenz.

Der Bereich Neuropathologie wird mit Priv.-Doz. Dr. Radner von einem Facharzt für Neuro­pathologie geführt, der auf über 20-jährige kontinuierliche neuropathologische Erfahrung in ausgewiesenen Universitätskliniken zurückblicken kann und gleichzeitig über eine noch langjährigere Erfahrung in allgemeiner Pathologie und Zytologie verfügt. Durch seine Mitarbeit am Hirntumorreferenzzentrum im Rahmen seines Fellowships in Zürich und später als Oberarzt am Hirntumorreferenzzentrum in Bonn verfügt diese Neuropathologie vor allem einschlägige und ausgewiesene Fachkompetenz betreffend Hirntumordiagnostik.

Den zweiten neuropathologischen Schwerpunkt stellt die Muskeldiagnostik dar. Hier konnte über einen ebenso langen Zeitraum praktische Erfahrung gesammelt werden einschließlich eines einschlägigen Aufenthalts am Deutschen Muskelreferenzzentrum in Aachen sowie durch die Mitarbeit im Jerusalem’schen Muskellabor des Neurozentrums während der Oberarzttätigkeit am Institut für Neuropathologie der Universitätskliniken in Bonn.

Neben diesen Schwerpunkten werden de facto alle Teilbereiche der Neuropathologie fachkompetent abgedeckt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Grund jahrzehntelanger Erfahrung in der Liquordiagnostik.

Der Facharzt für Pathologie und Neuropathologie PD Dr. Radner wird im Bereich Neuropathologie am Institut unterstützt von Dr. Schreiber und Dr. Kupsch. Dr. Schreiber hat vor seiner Tätigkeit im hiesigen Institut 12 Jahre lange Erfahrung mit der Diagnostik von Tumoren des ZNS einschließlich Schnellschnittdiagnostik im Pathologischen Institut des Klinikums Hannover am Nordstadtkrankenhaus sammeln können. Die Neurochirurgische Klinik des Nordstadtkrankenhauses Hannover ist eine der führenden tumorchirurgisch tätigen Klinken für Neurochirurgie in Deutschland. Dr. Kupsch hat sieben Jahre lang als Oberarzt des Pathologischen Institutes des Städtischen Klinikums Braunschweig die dortige Neurochirurgische Klinik mitbetreut und somit ebenfalls einschlägige neuropathologische Erfahrung sammeln können.

Neben diversen Reihungen für eine C3-Professur sowohl betreffend allgemeine Pathologie als auch Neuropathologie war PD Dr. Radner zweitgereiht für eine Lebensprofessur zur Betreuung des Deutschen Hirntumorreferenzzentrums.

MOLEKULARPATHOLOGIE

Zur Erregerdiagnostik (HPV, jedoch auch viele andere) und zur in der klinischen Praxis ständig an Bedeutung zunehmenden Feststellung bestimmter molekularer Charakteristika von Tumoren dient das mole­kular­pathologische Labor. Hier werden Methoden wie die Polymerase-Chain-Reaction (PCR) mit anschließender Gel-Elektrophorese, Fragmentanalyse oder Sequenzierung, real time PCR und Hybridisierungen, in erster Linie Fluoreszenz-in situ-Hybridisierungen (FISH), jedoch auch Chipron-Tests und die Silber-Imprägnations-in situ-Hybridisierung (SISH) durchgeführt.

Im Herbst 2012 wurde der Endopredict-Test für Mamma­karzinome etabliert.
Im Jahr 2016 wurde das „Next Generation Sequencing“ (NGS) eingeführt.

Die Palette der durchgeführten Untersuchungen wird ständig den klinischen Anforderungen angepasst und unterliegt somit einem gewissen Wandel.

IMMUNHISTOCHEMIE

Die Immunhistochemie (IHC) und -zytologie hat sich in den letzten rund vierzig Jahren zu einer bedeutenden methodischen Richtung der Histochemie entwickelt. Zunehmend werden immunhistochemische Techniken zur Klärung von Fragen auf den Gebieten der funktionellen Morphologie und Zellbiologie herangezogen. Mittels IHC lassen sich insbesondere in der Tumordiagnostik Fragen zur Art und Herkunft von Zellen und zu speziellen, ggf. auch therapeutisch bedeutsamen Eigenschaften beantworten. Moderne Tumordiagnostik ist deshalb ohne IHC nicht mehr denkbar.

In unserem Institut stehen mit einem Stamm speziell qualifizierter Medizinisch-Technischer Laborassistentinnen, einem umfangreichen Panel von Antikörpern und mit drei Histomaten ausreichende Kapazitäten auch für ein großes Arbeitsaufkommen zur Verfügung.

Die sachgerechte Anwendung immunhistochemischer Verfahren erfordert neben medizinisch-technischer Erfahrung spezielle Kenntnisse im Umgang mit mono- und polyklonalen Antikörpern für die Antigen-Antikörper-Nachweisreaktion.

Im Rahmen der Qualitätssicherung sind mittlerweile zahlreiche immunhistochemische Färbeprotokolle standardisiert. Das Institut nimmt an angebotenen Ringversuchen teil.

MAMMASCREENING

Am 1. April 2006 startete das Mammascreening in der Einheit Hannover mit der Fachärztin für Diagnostische Radiologie Frau Rathmann als Programmverantwortlichem Arzt. Alle Fachärzte unseres Institutes hatten zu dem Zeitpunkt die fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen zur Zulassung als Screeningpathologen erfüllt, so dass unser Institut von Beginn an die pathologischen Untersuchungen der im Rahmen des Screenings anfallenden high speed-Stanzbiopsien und der Mammotom-Vakuumbiopsien durchführt.